Strangers - ein fragwürdiger Trend
Trends sind in der Welt der virtuellen Lust und Liebe genauso ein Thema wie in jedem anderen sozialen Netzwerk. In den letzten Monaten sieht man insbesondere auf Stripchat immer mehr Performerinnen, die irgendwelche Aktionen mit vermeintlich Fremden durchführen. Die Titel der Ticketshows sind meist so einfallslos wie banal und müssen hier nicht wiederholt werden.
Aber macht das Sinn? Gibt es hier Widersprüche? Niemand kann auf Stripchat streamen, ohne verifiziert zu sein. Das gilt für das Model und für absolut jeden, der mit im Bild ist. Und sei es nur mit wenigen Körperteilen. Und so eine Verifikation dauert ihre Zeit. Neue Person im Profil hinzufügen, Ausweis und Selfie hochladen, biometrischen Check durchlaufen, Freigabe abwarten. Aber natürlich ist das nicht mal der einzige Widerspruch. Wenn man genau hinschaut oder hinhört, ist es natürlich immer die gleiche Person. Welcher junge Mann läuft schon alleine durchs Unterholz oder durch Parkgaragen, trifft auf eine Frau und ist dann bereit, mit ihr vor der Kamera aktiv zu werden? Einige Performerinnen treffen jeden Tag an der gleichen Stelle auf einen „neuen“ Stranger, der wie ein Minion gutwillig die Anweisungen des Models befolgt und kein eigenes Leben zu haben scheint. Zum Glück kommen auch immer nur paarungsfreudige junge Männer vorbei und immer zur genau richtigen Zeit. Nie ein Ehepaar, Kinder oder andere Personen.
Ein wirklich grotesker Trend. Die einzige Erklärung für den Erfolg scheint zu sein, dass der Zuschauer es glauben will – wie in einem Sci-Fi-Film. Entertainment hinterfragt man nicht. Zum Glück, sonst würde dieser Trend ganz schnell wieder von der Bildfläche verschwinden. Aber das sollte er vielleicht auch, denn er verzerrt den Blick auf die Realität und den Umgang zwischen den Geschlechtern. Wir würden uns freuen, wenn es mal wieder etwas mehr Kreativität geben würde. :-)
